Rusalka Reh – back to blue

Erschienen: 2015

Verlag: Magellan

Seiten: 208

Gelesen als: Hardcover

ISBN: 373485606X

Klappentext:

Eine glückliche Familie – so etwas hat Kid nie gekannt. Sie hat gelernt zu verstecken, wer sie ist, was sie sich wünscht, wofür sie sich begeistert. Denn da, wo ihre Eltern sind, ist kein Raum für sie. Als sie Maxim kennenlernt, wendet sich ihr Leben: Zum ersten Mal weiß sie, was es heißt, glücklich zu sein. Doch ihre Eltern gönnen ihr dieses Glück nicht. Erst nach und nach begreift sie, dass Träume nur wahr werden, wenn man um sie kämpft.

Meine Meinung:

Kid ist faul, dumm, hässlich und zu nichts zu gebrauchen – denkt sie. Aber wie könnte sie auch anders. Ihre Eltern – „das Duo“ – geben ihr seit frühester Kindheit zu verstehen, dass sie nicht erwünscht ist. Also lebt Kid ihr tristes Leben zwischen Schule, Handball und Babysitten. Bis Maxim in ihr Leben tritt und ihr sagt, wie wichtig sie ist. Genauso wie die Schriftstellerin Silvia, die Kid ihr Selbstvertrauen zurück gibt. Durch diesen Rückhalt und einige glückliche Fügungen lernt Kid wieder ihr Leben zu lieben und sich gegen ihre Eltern zu behaupten.

Rusalka Reh verschafft uns mit „back to blue“ einen Einblick in das Tagebuch eines Mädchens, desssen Leben erst durch physische und dann durch psychische Gewalt geprägt ist. Ein ernstes Thema, das mir persönlich allerdings sehr zusagt. Die Form des Tagebuchs ist hierbei gut gewählt. Ab der ersten Seite bekommt man sofort ein Gefühl für Kid, ihre missliche Lage und ihre zwiegespaltene Persönlichkeit. Auf der einen Seite will sie ihre Eltern lieben und wünscht sich so sehr von ihnen zurück geliebt zu werden. „Ist ja alles garnicht so schlimm bei uns.“ Auf der anderen Seite redet sie nur von „dem Duo“ und ist reflektiert genug um zu wissen, dass die Art und Weise, auf die ihre Eltern mit ihr umgehen, nicht in Ordnung ist. Ein ständiges Schwanken zwischen Normalität und dem „das ist nicht Normal“, welches einen manchmal stutzen lässt, gleichzeitig aber der Figur Kid auch ungeheuere Tiefe verleiht.

Zu Beginn des Buches lernt sie dann Maxim kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden scheinen Seelenverwandte zu sein, denn sie teilen nicht nur eine große Liebe für Poesie, sondern leiden beide auch unter ihrer schweren Kindheit und der Enge ihres Lebens. Erst durch die lebenslustige und exzentrische Schrifstellerin Silvia finden sie den Mut ihr Leben selber in die Hand zunehmen.

Obwohl die Figuren durch die Erzählform der Tagebucheinträge nur aus einer Perspektive präsentiert werden sind sie trotzdem gut ausgearbeitet und dem Leser schnell sympathisch. Während auf der einen Seite Kids Eltern einem ob ihrer gefühlskalten Art, die sie an den Tag legen, einen Schauern über den Rücken jagen,  sind da auf der anderen Seite Menschen wie Silvia oder aber die Hohmeisters – bei denen Kid babysitten geht – die Kid, obwohl sie nicht zur Familie gehören, in einem kurzen Lebensabschnitt mehr Hilfe und Unterstützung zukommen lassen als ihre Eltern ihr ganzes Leben lang. Alle Figuren polarisieren sehr stark, was dazu beträgt, dass die Geschichte sehr viel Fahrt aufnimmt und den Leser auf einer tiefen emotionalen Ebene packt und nicht mehr loslässt.

„back in blue“ ist ein unglaublich emotionales, sehr bewegendes und auch ernstes Jugendbuch, welches vielleicht nicht gerade die leichte Kost für zwischendurch, aber trotzdem sehr zu empfehlen ist.

Note: 1-

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